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Kirchen auf der Landesgartenschau

NEUE EMPFÄNGER


 

„Wir haben unterm Jahr wieder vergessen wie man empfängt. Inwendig. Komm ruhig zur halben Nacht, ehe uns morgen die Nacht austritt. Komm, vielleicht lassen sie Dich gar nicht durch, verkleide Dich lieber, kleines Stück Stern. Komm, so sehr verheißenes Kind.“

Diese Worte des Lyrikers Richard Exner habe ich kürzlich auf einem Adventsbrief entdeckt. Sie regen mich zum Nachdenken an. Habe ich tatsächlich vergessen, wie man empfängt? Kann ich die Hände öffnen und mich beschenken lassen?

Eigentlich gebe ich doch ganz oft Zeit und Kraft, gute Worte oder Ratschläge, ein offenes Ohr an andere weitere. Advent ist die Zeit des Gebens, des Schenkens. Gerade jetzt werden kleine und große Geschenke besorgt, Briefe geschrieben, Besuche gemacht. Was in den vergangenen Monaten zu kurz gekommen ist, wird in diesen Tagen nachgeholt. Dank und Wertschätzung ist etwas, was wir das Jahr über oft vernachlässigen – also ist jetzt Gelegenheit dazu. Leicht kann da schon mal das Wichtigste aus dem Blick geraten: Wir sind Empfangende!
Zu Weihnachten macht Gott uns ein großes Geschenk. In einem kleinen Kind wird seine Liebe sichtbar und spürbar. Das Wunder der Heiligen Nacht dürfen wir mit offenen Händen empfangen. Wir können uns davon anrühren und bewegen lassen. Wir müssen uns neu darin üben, Empfangende zu sein. Gut, dass es die Adventszeit gibt. Vorbereitungszeit, nicht nur für ein schönes und gelungenes Familienfest. Vorbereitungszeit für uns selbst. Werden wir von den Gebenden zu Empfangenden. Machen wir uns bereit für dieses Geschenk Gottes.
Aber natürlich darf ich nicht nur zu Weihnachten empfangen. Im ganzen letzten Jahr wurde ich reich beschenkt. Durch Begegnungen, aufmunternde Worte oder neu gefundene Freundschaften. In den Monaten der Landesgartenschau in Burg ist das besonders deutlich geworden. Auch wenn es viel Kraft und Zeit gekostet hat, bin ich doch ganz oft bereichert und beschenkt aus dem Kirchengarten gegangen.
Wir sind Empfangende, wir sind Beschenkte. Öffnen wir unsere Herzen und Hände dafür und bitten wir „Komm, verheißenes Kind“.

Ute Mertens, Superintendentin im Kirchenkreis Elbe-Fläming

 


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