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Junge Kirche

NÄCHSTENLIEBE VERLANGT KLARHEIT


Genau eine Woche nach dem Anschlag von Halle haben sich zahlreiche Menschen auf dem Magdalenenplatz in Burg zu einer Mahnwache versammelt. Mit Musik, Worten und Kerzen haben sie an den Angriff auf die Synagoge gedacht, bei dem zwei Menschen starben, die jüdische Gemeinde und eine ganze Stadt in Angst und Schrecken versetzt wurde.

Das Ziel des Täters war es, möglichst viele jüdische Menschen umzubringen. In Burg wurde dazu ein klares Zeichen gesetzt. Ein Zeichen der Verbundenheit mit jüdischen und muslimischen Gemeinden in unserem Land. Ein Zeichen für Toleranz und Mitmenschlichkeit. Ein Zeichen, dass Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und Extremismus keinen Platz in unserer Gesellschaft haben. "Nächstenliebe verlangt Klarheit", mit diesem Motto setzen sich Christinnen und Christen dafür ein. Nicht nur bei einer Mahnwache, sondern jeden Tag aufs Neue. Das ist unser Auftrag, nicht nur als Menschen, die an Gott glauben. Nächstenliebe üben, das kann jede und jeder von uns. Manchmal reicht schon ein Lächeln oder ein freundliche Geste. Manchmal braucht es aber auch klare Worte und Zeichen, wie auf dem Magdalenenplatz in Burg.
"Dies Gebot haben wir von ihm, dass wer Gott liebt, dass der auch seinen Bruder liebe!", so lesen wir es im 1. Johannesbrief im 4. Kapitel, Vers 21. Liebe und Vertrauen zu Gott funktioniert nur im Zusammenspiel mit der Nächstenliebe. Das hat Jesus vorgelebt. Diesen Auftrag gibt er uns. Sehen wir nicht mehr weg, wenn Menschen beleidigt, beschimpft oder angegriffen werden. Bleiben wir nicht stumm, wenn ausgrenzende, oder fremdenfeindliche Sprüche gesagt oder geschrieben werden. Stehen wir auf gegen Ungerechtigkeit. Gehen wir aufeinander zu. Denn Nächstenliebe braucht Klarheit! Von jeder und jedem von uns!

Ute Mertens, Superintendentin im Kirchenkreis Elbe-Fläming

 


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